Eine Axt, ein Mord und eine Lüge, die überlebt.

Ulrike Damm zeichnet das Leben des Edgar Kulp. Der hat das Dorf im Vogelsberg nie verlassen. Noch immer lebt er im Elternhaus. Ein altes Geheimnis verlangt diesen Ort: Hier muss er es abwohnen. Besonders nachts, wenn die Alpträume kommen, fordert die Erinnerung sein Bekenntnis.

Damals war es ein Schock, die Familie zerstört durch eine Tat, die Polizei hilf- und erfolglos. Edgar ist zwanzig und plötzlich allein, denn auch die Schwester geht. Er aber bleibt und niemand weiß, warum.

Dann kommt der Unfall. Selbstverschuldet.

Kulp wird blind, der Alltag zum Kampf gegen Ding und Mensch.

Jahre vergehen und er richtet sich ein.

2015 ist er fünfzig. Kulp schreibt und es geht ihm gut.

Er ist angekommen. Ein Schriftsteller.

Doch plötzlich ist jemand im Haus …

Ulrike Damm: Kulp und warum er zum Fall wurde ist Ulrike Damms drittes belletristisches Werk. In ihrer ersten Erzählung Ich bin nicht müde, ich bin verrückt verarbeitet die Autorin die Demenzerkrankung der Mutter. Es folgt der Roman Musik stört beim Tanzen. Im Damm und Lindlar Verlag erschien 2019 beides in einem Doppelband. Als gestaltende Dichterin und dichtende Gestalterin schreibt Ulrike Damm ihre Texte immer zwei Mal: am Rechner und später auf Papier. Neben ihren Büchern entstehen begehbare Texte, sichtbar in Ausstellungen und Schriftbildinstallationen wie Die Poesie des Buchhalters (2017) oder Guten Tag Gott (2020). Ulrike Damm lebt in Berlin.