Bereits im Konzept zu ihrem Buch nimmt Maša Seničić vorweg, worum es ihr geht, nämlich um den Konflikt des Menschen mit den Regeln und Prinzipien unserer Welt. Die Protagonistin der Gedichte setzt je einen Punkt auf jeden Bestimmungsort ihrer intimen Verwandlungen, skizziert ihr Verhältnis zu den urbanen, verlassenen und in Vergessenheit geratenen Räumen und setzt ihnen Bilder einer Welt ihrer Wunschvorstellung entgegen, wobei sie vorgegebene Positionen in Frage stellt. So vergänglich wie Wochenendsiedlungen liefert diese poetische Landkarte Wegzeichen für die Suche nach fehlenden Teilen.

Maša Seničić, geboren 1990 in Belgrad, machte ihren Bachelor- und Masterabschluss an der Fakultät für dramatische Künste in Belgrad, wo sie derzeit an ihrer Doktorarbeit im Bereich Neue Medien und Erinnerungsforschung arbeitet. Sie war an zahlreichen lokalen und internationalen Projekten, Workshops und Veranstaltungen in den Bereichen Film, Theater, visuelle Kultur und Poesie beteiligt – als Teilnehmerin, Dozentin und Organisatorin – und wirkte bei Filmfestivals als Autorin, Moderatorin und Programmgestalterin mit (Brave Balkans, Belgrade Auteur Film Festival). Ihre Prosa, Lyrik und Essays sind in Anthologien, Sammlungen und Zeitschriften in der Region Ex-Jugoslawien und in ganz Europa vertreten. Im Jahr 2015 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband Der Ozean (Okean, ausgezeichnet mit dem Preis „Mladi Dis“) und 2019 ihr zweites Buch Zeitweilig wie Wochenendsiedlungen (Povremena poput vikend-naselja, ausgezeichnet mit dem Preis „Dušan Vasiljev“. Als freie Autorin wirkt Seničić an diversen unabhängigen interdisziplinären Projekten und Publikationen mit und initiiert diese auch.