Religiöse Praxis und Lebensweltgestaltung in Kärnten – eine empirische Studie

„Ja, aber ich habe mehrere Identitäten. Das heißt, eine Identität schließt die andere nicht aus. Ich fühle mich gleichzeitig als Österreicher und als Bosnier. Als auch als Muslim, als Europäer, als Kosmopolit.“

(…) „in erster Linie wir alle Menschen sind und sollten uns als solche akzeptieren und anerkennen. Ich denke, wenn man jemandem genug Akzeptanz entgegenbringt, wird der andere genauso reagieren. Jeder soll einfach so leben, wie derjenige es für richtig hält und damit zufrieden ist.“

Im öffentlichen Diskurs werden Musliminnen und Muslime nicht als Expertinnen und Experten ihres Alltags betrachtet, sondern programmatisch zu passiven Opfern ihrer Lebensbedingungen vor Ort degradiert. Diese Perspektive ist nicht nur entindividualisierend, sondern versperrt auch den Blick auf die (vielfältigen) religiösen Lebensweisen, Alltagsstrategien und Zukunftsvisionen und wirkt auf diese Weise als erkenntnistheoretische Sperre.

Die vorliegende Publikation versucht, die Lebenswelten und religiösen Alltagspraxen muslimischer Bevölkerungsgruppen und deren biographische und gesellschaftliche Relevanz für die Betroffenen sichtbar zu machen, adäquat zu verorten, im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu analysieren und von da aus neue und differenzierte Erkenntnisse für die Fachwelt in Österreich zu schaffen.

Die forschungsleitende Frage lautet: Wie gestalten sich die Lebenswelten und religiösen Alltagspraxen von Musliminnen und Muslimen in Kärnten?

Jasmin Donlic, MA, BSc, Universitätsassistent an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Abteilung für Interkulturelle Bildung, Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Interkulturelle Bildung, Mehrsprachigkeit an Schulen, Jugendliche Identitätsbildung in regionalen transnationalen Räumen.